Dr. Martin Luther BIBLE
© DrMartinLuther.info by Johannes Biermanski, Germany 2018

Das kleine Horn

Daniel 7

VERS 21. „Und ich sah dasselbige Horn streiten wider die Heiligen und behielt den Sieg wider sie, 22. bis der Alte {der Alte/Älteste an Tagen} kam, und Gericht hielt für die Heiligen des Allerhöchsten; und die Zeit kam, daß die Heiligen das Reich einnahmen.“ „Daniel und die Offenbarung“ von Uriah Smith, 1907/09, S. 127, 128 Der merkwürdige Zorn des kleinen Horns gegen die Heiligen erregte die besondere Aufmerksamkeit Daniels. Das Entstehen der zehn Hörner, oder die Einteilung Roms in zehn Königreiche, zwischen den Jahren 356 und 483 n. Chr. Geb., ist bereits bemerkt worden. Da diese Hörner Königreiche bedeuten, muß das kleine Horn ebenfalls ein Königreich darstellen; jedoch nicht von derselben Art als die anderen, weil es so verschieden von denselben war. Jene waren politische Königreiche. Und nun müssen wir uns fragen, ob seit dem Jahre 483 irgend ein Königreich unter den zehn Königreichen des römischen Kaiserreiches entstanden ist, welches verschieden von allen anderen war; und wenn so, welches es war? Die Antwort ist: Das GEISTLICHE KÖNIGREICH DES PAPSTTUMS. Dies entspricht dem Symbol in jeder Einzelheit, was leicht bewiesen werden kann, und es kann nichts anderes bedeuten. Siehe wegen der Einzelheiten den Vers 23 genauer an. Daniel sah, daß dieses Horn gegen die Heiligen stritt. Ist solch ein Streit oder Krieg von dem PAPSTTUM geführt worden? Fünfzig Millionen Märtyrer [Editor: 150 bis 250 Millionen Märtyrer], mit einer Stimme gleich dem Rauschen vieler Gewässer, antworten: JA! Erinnert euch der grausamen Verfolgungen der Waldenser, der Albigenser, und der Protestanten im allgemeinen, welche von diesem PAPSTTUM ausgegangen sind. Es wird von maßgebenden Seiten behauptet, daß die Verfolgungen, Gemetzel und Religionskriege, die von der RÖMISCHEN KIRCHE UND DEREN PÄPSTE angestiftet wurden, mehr Blutbäder unter den Heiligen des Höchsten zur Folge hatten, als alle Feindseligkeiten und Verfolgungen seitens der Heiden vom Anfange der Welt.

Daniel 7

VERS 23. „Er sprach also: Das vierte Tier wird das vierte Reich auf Erden sein, welches wird mächtiger sein als alle Reiche; es wird alle Lande fressen, zertreten und zermalmen. 24. Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, so aus demselben Reich entstehen werden. Nach demselben aber wird ein anderer aufkommen, der wird verschieden (anders) sein von den vorigen und wird drei Könige demütigen. 25. Er wird den Allerhöchsten lästern und die Heiligen des Allerhöchsten vernichten (ermorden) und wird sich unterstehen, Zeit und Gesetz zu ändern. Sie werden aber in seine Hand gegeben werden eine Zeit und etliche Zeiten und eine halbe Zeit.  26. Danach wird das Gericht gehalten werden; da wird dann seine Gewalt weggenommen werden, um sie endgültig zu vertilgen und zu vernichten.“

„Daniel und die Offenbarung“ von Uriah Smith, S.

128-130, 139-141

Wir haben hier weitere Einzelheiten über das vierte Tier und das kleine Horn. Was somit über das vierte Tier (Rom), und die zehn Hörner oder zehn Königreiche, welche aus demselben entstanden, gesagt worden ist, dürfte vielleicht genügen. Wir wollen deshalb unsere Aufmerksamkeit mehr dem kleinen Horn zuwenden. Wie im Vers 8 gesagt, finden wir die Erfüllung der Prophezeiung betreffs des kleinen Horns, in der Entstehung und dem Wirken des Papsttums. Es ist eine Sache von Interesse und großer Wichtigkeit uns nach den Ursachen umzuschauen, aus welchen diese antichristliche Macht hervorging. Die ersten Bischöfe oder Pastoren von Rom erfreuten sich einer Achtung und eines Ansehens, das der Bedeutung der Stadt, in welcher sie wohnten, vollkommen entsprach. In den ersten Jahrhunderten der christlichen Bewegung war Rom die größte, reichste und mächtigste Stadt in der Welt. Sie war der Sitz des Kaiserreiches und die Hauptsstadt der Völker. „Alle Bewohner der Erde gehören ihr an,“ sagte Julian, und Claudius erklärte sie für die „Quelle der Gesetze.“ „Wenn Rom die Königin der Städte ist, warum sollte ihr geistlicher Hirte nicht König aller Bischöfe sein?“ war die Redensart, welcher sich diese römischen Bischöfe bedienten. „Warum sollte nicht die römische Kirche die Mutter der Christenheit sein? Warum sollten nicht alle Völker ihre Kinder, und ihre Oberhoheit ihr erstes Gesetz sein?“ „Es war leicht,“ sagt d‘Aubigné, welchem wir diese Worte entnehmen (Geschichte der Reformation, Bd. I, Kap. 1), „für ein ehrgeiziges Menschenherz sich dieses einzuprägen. Das ehrgeizige Rom tat es.“ Den Bischöfen in den verschiedenen Provinzen des römischen Kaiserreiches machte es Vergnügen den Bischof von Rom mit einem Teil der Würde bekleidet zu sehen, welche Rom, als der Königsstadt, von allen Nationen der Erde zugestanden wurde. Anfänglich war auch mit dem Zugeständnis dieser Würde keine Verbindlichkeit verknüpft. „Aber,“ fährt d‘Aubigné fort, „angemaßte Macht nimmt lawinenmäßig zu. Ermahnungen, welche zuerst vom Papste in brüderlicher Weise gegeben wurden,  kamen alsbald zu Befehlen aus seinem Munde. Die Bischöfe der westlichen Provinzen begünstigten diese Anmaßung der römischen Bischöfe, entweder aus der Ursache, daß sie eifersüchtig auf die Macht der östlichen Bischöfe waren, oder weil sie es vorzogen, sich lieber der Oberhoheit des Papstes als einer Weltmacht zu fügen.“ Solche Einflüsse umgaben den Bischof von Rom, und alles trug dazu bei, seine schleunige Erhebung auf den ersten kirchlichen Thron der Christenheit zur Tatsache zu machen. Jedoch das vierte Jahrhundert schien dazu bestimmt zu sein, daß ein Hindernis in den Weg dieses ehrgeizigen Traumes gelegt werden sollte. Arius, ein Prediger der ältesten und Hauptkirche in Alexandria, trat auf einmal mit einer neuen Anschauung der christlichen Lehre hervor, was einen so heftigen Streit in der Kirche erzeugte, daß der Kaiser Konstantin, Anno Domini 325, ein allgemeines Konzil nach Nicäa berief, um die Meinungsverschiedenheiten zu schlichten oder ausgleichen zu lassen. Arius behauptete, „daß der Sohn im Wesen vom Vater gänzlich verschieden sei; daß er das erste und edelste jener Geschöpfe gewesen, welche der Vater aus Nichts geschaffen; ein Mittel durch dessen unterwürfige Tätigkeit der allmächtige Vater die Erde gemacht, und welches in seiner Natur und Würde im untergeordnet sei.“ Editor: „Jahschua der Messias (griech.: Jesus Christus) war der einzig gezeugte Sohn seiner Art, sprich einzigartig: der eingeborene Sohn. Arius, der später einem Giftmordanschlag erlag, vertrat die Ansicht, dass es nur einen Gott im Himmel gibt, den Vater, und keinen weiteren Gott oder Götter gibt. Sein Sohn war eins nur in der Übereinstimmung seines Vaters, in allen Absichten und Handlungen. Jahschua sagt selbst, dass der Vater größer ist als er! (Joh. 14,28.) Jahschua selbst hatte einen Anfangszeitpunkt seines Lebens (Sprüche 8,22-31). Kaiser Konstantin wollte allerdings Stabilität im Kaiserreich haben, daher wurde im Jahr 325 auf dem Konzil von Nicäa unter voller Machtautorität des Kaisers beschlossen, dass Jesus Christus selbst Gott ist! Die Gegner wurden ausgeschlossen und verfolgt. Ebenfalls wurde unter Kaiser Theodosius auf seinem Konzil im Jahr 381 unter Begleitung des Bischofs von Rom der heilige Geist als Person und als Gott festgeschrieben. Alle Andersdenkenden wurde verfolgt und mit schweren Strafen oder Todesurteil belegt.  Dies ist die Lehre der Trinitäts-, Dreieinigkeits-, Dreifaltigkeitslehre, die tief mit Blut während der letzten 1700 Jahre verschmiert ist und dem Gott des Himmels in vollkommenen Maße lästert, weil sie das Persönlichkeitsverhältnis zwischen Vater und Sohn vollkommen zerstört und im eigentlichen Sinne „den Gott Abraham, Isaak und Jakob“ weg haben will, vernichten will!“ - Die Lehre der Dreieinigkeit war den Heiden keine unbekannte Lehre, da sie schon in allen Weltteilen unter anderen Namen getätigt wurde. Nur bei den Juden gab es den Widerspruch, warum? Weil die Heilige Schrift in keinerlei Weise von einem dreieinigen Gott spricht und diese Lehre befremdend und gänzlich unbekannt ist. Was sagt die Heilige Schrift dazu: „Erstes Gebot der Zehn Gebote (2.Mose 20): Du sollst keine anderen Götter/Elohim neben mir haben (keine zwei, keine drei: keinen Gott Jesus Christus, keinen Gott Heiliger Geist)!“ Weiter aus „Daniel und die Offenbarung“: Diese Anschauung wurde vom Konzil verworfen und erklärt, daß Christus und der Vater eins wären. Darauf wurde Arius nach Illyrien verbannt und seine Anhänger gezwungen ihre Zustimmung zu dem vom Konzil aufgestellten Glaubensbekenntnis zu geben. (Mosheim, 4. Jahrh., 2. Teil, 5. Kap.; und Stanley‘s History of Eastern Church, p. 238, 239) Die Streitfrage an und für sich jedoch, wurde auf diese summarische Weise nicht erledigt, sondern hielt die christliche Welt für viele Jahrhunderte in Bewegung. Die Arianer traten später überall als bittere Feinde des Papstes und der römisch-katholischen Kirche auf. Aus diesen Tatsachen geht hervor, daß die Verbreitung der Lehre des Arius den Einfluß des Katholizismus hemmte, und wenn die Arianer in den Besitz von Rom und Italien gelangt wären, dies insbesondere wenn ihre Anschauung maßgebend geworden wäre, so würde die Oberhoheit des katholischen Bischofs gefährdet worden sein. Aber die Prophezeiung sagte, daß dieses Horn sich zur höchsten Macht erheben, und bei Einnahme dieser Stellung drei Könige unterwerfen werde. Nach dem geschichtlichen Zeugnis, das wir oben anführten, glauben wir klar bewiesen zu haben, daß die drei Hörner, welche abfielen [vernichtet wurden], die folgenden Mächte waren: Die Heruler in 493 n. Chr., die Vandalen in 534 und die Ostgoten in 538. 1. „Er wird den Allerhöchsten lästern.“ - Hat das Papsttum dieses getan? Betrachtet nur einige der Titel, welche sich die Päpste nach und nach beigelegt haben, wie: „Seine Heiligkeit,“ „Statthalter des Sohnes Gottes,“ „unser Herrgott, der Papst,“ „Ein anderer Gott auf Erden,“ „König der Welt,“ „König der Könige und Herr der Herren.“ Der Papst Nikolaus sagte einst dem Kaiser Michael: „Der Papst, welcher von Konstantin ‚Gott‘ genannt wurde, kann niemals von Menschen verpflichtet oder einer Pflicht entbunden werden, indem Gott nicht von Menschen gerichtet werden kann.“ Kann eine größere Gotteslästerung als diese ausgesprochen werden? Man höre die Schmeicheleien, welche sich die Päpste von ihren Verehrern sagen ließen, ohne dieselben zurecht zu weisen. Ein venetianischer Prälat richtete, zur Zeit der vierten Sitzung im Lateran (päpstlichen Palast), folgende Worte an den Papst: „Du bist unser Hirte, unser Arzt, kurz, ein zweiter Gott auf Erden.“ Ein anderer Bischof nannte ihn „der Löwe des Stammes Juda, den verheißenen Erlöser.“ Lord Anthony Pucci sagte, in der fünften lateranischen Sitzung, zum Papste: „Der Anblick deiner göttlichen Majestät erschreckt mich nicht wenig; denn es ist mir nicht unbekannt, daß dir alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, daß das prophetische Wort in dir erfüllt wird: ‚Alle Könige auf Erden sollen ihn anbeten und die Völker sollen ihm dienen.‘“ (Siehe Oswalds Kingdom Which Shall Not Be Destroyed, pp. 97-99.) Dr. Clarke, in seinen Betrachtungen über Dan. 7,25, sagt: „Er wird sprechen, als ob er Gott wäre.“ So lehrt auch St. Jerome, wie angeführt von Symmachus. Auf niemand kann dieses mit solcher Berechtigung und so völlig als auf die römischen Päpste angewandt werden. Sie haben sich Unfehlbarkeit angemaßt, welche doch allein Gott zusteht. Dieselben beanspruchen Sünden vergeben zu können, welches doch nur allein Gott kann. Sie behaupten sogar den Himmel öffnen und schließen zu können, das doch nur allein Gott möglich ist. Dieselben beanspruchen höher zu stehen, als Könige auf Erden, welches doch nur allein Gott zukommt. Ja sie gehen noch weiter als Gott selbst, indem sie behaupten ein Recht zu haben ganze Völker von dem ihren Fürsten gegebenen Eid zu entbinden, wenn ihnen (den Päpsten) diese Fürsten nicht gefallen. Und dieselben handeln gegen Gott, indem sie Sünden erlassen. Dies ist die schlimmste Gotteslästerung. 2. „Und werden die Heiligen des Allerhöchsten verstören/vernichten.“ - Hat das Papsttum dieses getan? Jedermann, welcher die Kirchengeschichte genauer gelesen hat, kann eine Antwort hierauf geben. Jeder weiß, daß die päpstliche Kirche für lange Jahre unbarmherzige Verfolgungen gegen die wahren Anhänger Gottes betrieben hat. Wir könnten hier Kapitel über Kapitel anführen, wenn es Raum und Zeit gestatteten. Kriege, Kreuzzüge, Gemetzel, Inquisitionen und Verfolgungen jeder Art, waren die Waffen, derer man sich zur Vertilgung/Vernichtung bediente. In Scotts Kirchengeschichte heißt es: „Keine Berechnung ist im Stande die Zahl der, auf verschiedene Arten, wegen dem Festhalten am Evangelium und dem Widerstand gegen die verdorbene römische Kirche, Gemordeten genau anzugeben. Eine Million armer Waldenser wurde in Frankreich vernichtet. Nicht weniger als neun hundert tausend gläubiger Christen wurden in einem Zeitraum von dreißig Jahren abgeschlachtet, nachdem der Orden der Jesuiten entstanden war. Der Herzog von Alba prahlte damit, daß auf seinen Befehl in den Niederlanden nicht weniger als sechs und dreißig tausend Protestanten, in einem Zeitraum von wenigen Jahren, durch die Hand des Henkers gefallen seien. Die Inquisition brachte durch die scheußlichsten Folterungen, in dem Zeitraum von dreißig Jahren, ein hundert und fünfzig tausend Opfer um. Dieses sind einzelne Beispiele, und nur wenige von denen, welche die Geschichte verzeichnet hat. Indessen wird die genaue Anzahl der Opfer niemals bekannt werden, bis ‚daß das Land wird offenbaren ihr Blut, und nicht weiter verhehlen, die drinnen erwürget/ermordet sind‘“ Im Jahre 1208 verordnete der Papst Innozens III. einen Kreuzzug gegen die Waldenser und Albigenser, in welchem eine Million Menschen ihr Leben verloren. Seit der Gründung des Jesuitenordens, im Jahre 1540, bis zum Jahr 1580, wurden neun hundert tausend Menschen umgebracht. Durch die Inquisition wurden, in dreißig Jahren, hundert fünfzig tausend Menschen abgeschlachtet. In den Niederlanden wurden fünfzig tausend Personen wegen Ketzerei gehangen, enthauptet, verbrannt oder lebendig begraben, und zwar in einem Zeitraum von acht und dreißig Jahren, oder vom Erlasse des Ediktes von Karl V. gegen die Protestanten, bis zum Friedensbeschluß von Chateau-Cambresis im Jahre 1559.

Es werde Licht - Walter Veith

Daniel sah, daß dieses Horn gegen die Heiligen stritt. Ist solch ein Streit oder Krieg von dem PAPSTTUM geführt worden? Fünfzig Millionen Märtyrer [Editor: 150 bis 250 Millionen Märtyrer], mit einer Stimme gleich dem Rauschen vieler Gewässer, antworten: JA! Erinnert euch der grausamen Verfolgungen der Waldenser, der Albigenser, und der Protestanten im allgemeinen, welche von diesem PAPSTTUM ausgegangen sind. Es wird von maßgebenden Seiten behauptet, daß die Verfolgungen, Gemetzel und Religionskriege, die von der RÖMISCHEN KIRCHE UND DEREN PÄPSTE angestiftet wurden, mehr Blutbäder unter den Heiligen des Höchsten zur Folge hatten, als alle Feindseligkeiten und Verfolgungen seitens der Heiden vom Anfange der Welt.     
Dr. Martin Luther BIBLE

Das kleine Horn

Daniel 7

VERS 21. „Und ich sah dasselbige Horn streiten wider die Heiligen und behielt den Sieg wider sie, 22. bis der Alte {der Alte/Älteste an Tagen} kam, und Gericht hielt für die Heiligen des Allerhöchsten; und die Zeit kam, daß die Heiligen das Reich einnahmen.“ „Daniel und die Offenbarung“ von Uriah Smith, 1907/09, S. 127, 128 Der merkwürdige Zorn des kleinen Horns gegen die Heiligen erregte die besondere Aufmerksamkeit Daniels. Das Entstehen der zehn Hörner, oder die Einteilung Roms in zehn Königreiche, zwischen den Jahren 356 und 483 n. Chr. Geb., ist bereits bemerkt worden. Da diese Hörner Königreiche bedeuten, muß das kleine Horn ebenfalls ein Königreich darstellen; jedoch nicht von derselben Art als die anderen, weil es so verschieden von denselben war. Jene waren politische Königreiche. Und nun müssen wir uns fragen, ob seit dem Jahre 483 irgend ein Königreich unter den zehn Königreichen des römischen Kaiserreiches entstanden ist, welches verschieden von allen anderen war; und wenn so, welches es war? Die Antwort ist: Das GEISTLICHE KÖNIGREICH DES PAPSTTUMS. Dies entspricht dem Symbol in jeder Einzelheit, was leicht bewiesen werden kann, und es kann nichts anderes bedeuten. Siehe wegen der Einzelheiten den Vers 23 genauer an. Daniel sah, daß dieses Horn gegen die Heiligen stritt. Ist solch ein Streit oder Krieg von dem PAPSTTUM geführt worden? Fünfzig Millionen Märtyrer [Editor: 150 bis 250 Millionen Märtyrer], mit einer Stimme gleich dem Rauschen vieler Gewässer, antworten: JA! Erinnert euch der grausamen Verfolgungen der Waldenser, der Albigenser, und der Protestanten im allgemeinen, welche von diesem PAPSTTUM ausgegangen sind. Es wird von maßgebenden Seiten behauptet, daß die Verfolgungen, Gemetzel und Religionskriege, die von der RÖMISCHEN KIRCHE UND DEREN PÄPSTE angestiftet wurden, mehr Blutbäder unter den Heiligen des Höchsten zur Folge hatten, als alle Feindseligkeiten und Verfolgungen seitens der Heiden vom Anfange der Welt.

Daniel 7

VERS 23. „Er sprach also: Das vierte Tier wird das vierte Reich auf Erden sein, welches wird mächtiger sein als alle Reiche; es wird alle Lande fressen, zertreten und zermalmen. 24. Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, so aus demselben Reich entstehen werden. Nach demselben aber wird ein anderer aufkommen, der wird verschieden (anders) sein von den vorigen und wird drei Könige demütigen. 25. Er wird den Allerhöchsten lästern und die Heiligen des Allerhöchsten vernichten (ermorden) und wird sich unterstehen, Zeit und Gesetz zu ändern. Sie werden aber in seine Hand gegeben werden eine Zeit und etliche Zeiten und eine halbe Zeit.  26. Danach wird das Gericht gehalten werden; da wird dann seine Gewalt weggenommen werden, um sie endgültig zu vertilgen und zu vernichten.“

„Daniel und die Offenbarung“ von Uriah

Smith, S. 128-130, 139-141

Wir haben hier weitere Einzelheiten über das vierte Tier und das kleine Horn. Was somit über das vierte Tier (Rom), und die zehn Hörner oder zehn Königreiche, welche aus demselben entstanden, gesagt worden ist, dürfte vielleicht genügen. Wir wollen deshalb unsere Aufmerksamkeit mehr dem kleinen Horn zuwenden. Wie im Vers 8 gesagt, finden wir die Erfüllung der Prophezeiung betreffs des kleinen Horns, in der Entstehung und dem Wirken des Papsttums. Es ist eine Sache von Interesse und großer Wichtigkeit uns nach den Ursachen umzuschauen, aus welchen diese antichristliche Macht hervorging. Die ersten Bischöfe oder Pastoren von Rom erfreuten sich einer Achtung und eines Ansehens, das der Bedeutung der Stadt, in welcher sie wohnten, vollkommen entsprach. In den ersten Jahrhunderten der christlichen Bewegung war Rom die größte, reichste und mächtigste Stadt in der Welt. Sie war der Sitz des Kaiserreiches und die Hauptsstadt der Völker. „Alle Bewohner der Erde gehören ihr an,“ sagte Julian, und Claudius erklärte sie für die „Quelle der Gesetze.“ „Wenn Rom die Königin der Städte ist, warum sollte ihr geistlicher Hirte nicht König aller Bischöfe sein?“ war die Redensart, welcher sich diese römischen Bischöfe bedienten. „Warum sollte nicht die römische Kirche die Mutter der Christenheit sein? Warum sollten nicht alle Völker ihre Kinder, und ihre Oberhoheit ihr erstes Gesetz sein?“ „Es war leicht,“ sagt d‘Aubigné, welchem wir diese Worte entnehmen (Geschichte der Reformation, Bd. I, Kap. 1), „für ein ehrgeiziges Menschenherz sich dieses einzuprägen. Das ehrgeizige Rom tat es.“ Den Bischöfen in den verschiedenen Provinzen des römischen Kaiserreiches machte es Vergnügen den Bischof von Rom mit einem Teil der Würde bekleidet zu sehen, welche Rom, als der Königsstadt, von allen Nationen der Erde zugestanden wurde. Anfänglich war auch mit dem Zugeständnis dieser Würde keine Verbindlichkeit verknüpft. „Aber,“ fährt d‘Aubigné fort, „angemaßte Macht nimmt lawinenmäßig zu. Ermahnungen, welche zuerst vom Papste in brüderlicher Weise gegeben wurden,  kamen alsbald zu Befehlen aus seinem Munde. Die Bischöfe der westlichen Provinzen begünstigten diese Anmaßung der römischen Bischöfe, entweder aus der Ursache, daß sie eifersüchtig auf die Macht der östlichen Bischöfe waren, oder weil sie es vorzogen, sich lieber der Oberhoheit des Papstes als einer Weltmacht zu fügen.“ Solche Einflüsse umgaben den Bischof von Rom, und alles trug dazu bei, seine schleunige Erhebung auf den ersten kirchlichen Thron der Christenheit zur Tatsache zu machen. Jedoch das vierte Jahrhundert schien dazu bestimmt zu sein, daß ein Hindernis in den Weg dieses ehrgeizigen Traumes gelegt werden sollte. Arius, ein Prediger der ältesten und Hauptkirche in Alexandria, trat auf einmal mit einer neuen Anschauung der christlichen Lehre hervor, was einen so heftigen Streit in der Kirche erzeugte, daß der Kaiser Konstantin, Anno Domini 325, ein allgemeines Konzil nach Nicäa berief, um die Meinungsverschiedenheiten zu schlichten oder ausgleichen zu lassen. Arius behauptete, „daß der Sohn im Wesen vom Vater gänzlich verschieden sei; daß er das erste und edelste jener Geschöpfe gewesen, welche der Vater aus Nichts geschaffen; ein Mittel durch dessen unterwürfige Tätigkeit der allmächtige Vater die Erde gemacht, und welches in seiner Natur und Würde im untergeordnet sei.“ Editor: „Jahschua der Messias (griech.: Jesus Christus) war der einzig gezeugte Sohn seiner Art, sprich einzigartig: der eingeborene Sohn. Arius, der später einem Giftmordanschlag erlag, vertrat die Ansicht, dass es nur einen Gott im Himmel gibt, den Vater, und keinen weiteren Gott oder Götter gibt. Sein Sohn war eins nur in der Übereinstimmung seines Vaters, in allen Absichten und Handlungen. Jahschua sagt selbst, dass der Vater größer ist als er! (Joh. 14,28.) Jahschua selbst hatte einen Anfangszeitpunkt seines Lebens (Sprüche 8,22- 31). Kaiser Konstantin wollte allerdings Stabilität im Kaiserreich haben, daher wurde im Jahr 325 auf dem Konzil von Nicäa unter voller Machtautorität des Kaisers beschlossen, dass Jesus Christus selbst Gott ist! Die Gegner wurden ausgeschlossen und verfolgt. Ebenfalls wurde unter Kaiser Theodosius auf seinem Konzil im Jahr 381 unter Begleitung des Bischofs von Rom der heilige Geist als Person und als Gott festgeschrieben. Alle Andersdenkenden wurde verfolgt und mit schweren Strafen oder Todesurteil belegt.  Dies ist die Lehre der Trinitäts-, Dreieinigkeits-, Dreifaltigkeitslehre, die tief mit Blut während der letzten 1700 Jahre verschmiert ist und dem Gott des Himmels in vollkommenen Maße lästert, weil sie das Persönlichkeitsverhältnis zwischen Vater und Sohn vollkommen zerstört und im eigentlichen Sinne „den Gott Abraham, Isaak und Jakob“ weg haben will, vernichten will!“ - Die Lehre der Dreieinigkeit war den Heiden keine unbekannte Lehre, da sie schon in allen Weltteilen unter anderen Namen getätigt wurde. Nur bei den Juden gab es den Widerspruch, warum? Weil die Heilige Schrift in keinerlei Weise von einem dreieinigen Gott spricht und diese Lehre befremdend und gänzlich unbekannt ist. Was sagt die Heilige Schrift dazu: „Erstes Gebot der Zehn Gebote (2.Mose 20): Du sollst keine anderen Götter/Elohim neben mir haben (keine zwei, keine drei: keinen Gott Jesus Christus, keinen Gott Heiliger Geist)!“ Weiter aus „Daniel und die Offenbarung“: Diese Anschauung wurde vom Konzil verworfen und erklärt, daß Christus und der Vater eins wären. Darauf wurde Arius nach Illyrien verbannt und seine Anhänger gezwungen ihre Zustimmung zu dem vom Konzil aufgestellten Glaubensbekenntnis zu geben. (Mosheim, 4. Jahrh., 2. Teil, 5. Kap.; und Stanley‘s History of Eastern Church, p. 238, 239) Die Streitfrage an und für sich jedoch, wurde auf diese summarische Weise nicht erledigt, sondern hielt die christliche Welt für viele Jahrhunderte in Bewegung. Die Arianer traten später überall als bittere Feinde des Papstes und der römisch-katholischen Kirche auf. Aus diesen Tatsachen geht hervor, daß die Verbreitung der Lehre des Arius den Einfluß des Katholizismus hemmte, und wenn die Arianer in den Besitz von Rom und Italien gelangt wären, dies insbesondere wenn ihre Anschauung maßgebend geworden wäre, so würde die Oberhoheit des katholischen Bischofs gefährdet worden sein. Aber die Prophezeiung sagte, daß dieses Horn sich zur höchsten Macht erheben, und bei Einnahme dieser Stellung drei Könige unterwerfen werde. Nach dem geschichtlichen Zeugnis, das wir oben anführten, glauben wir klar bewiesen zu haben, daß die drei Hörner, welche abfielen [vernichtet wurden], die folgenden Mächte waren: Die Heruler in 493 n. Chr., die Vandalen in 534 und die Ostgoten in 538. 1. „Er wird den Allerhöchsten lästern.“ - Hat das Papsttum dieses getan? Betrachtet nur einige der Titel, welche sich die Päpste nach und nach beigelegt haben, wie: „Seine Heiligkeit,“ „Statthalter des Sohnes Gottes,“ „unser Herrgott, der Papst,“ „Ein anderer Gott auf Erden,“ „König der Welt,“ „König der Könige und Herr der Herren.“ Der Papst Nikolaus sagte einst dem Kaiser Michael: „Der Papst, welcher von Konstantin ‚Gott‘ genannt wurde, kann niemals von Menschen verpflichtet oder einer Pflicht entbunden werden, indem Gott nicht von Menschen gerichtet werden kann.“ Kann eine größere Gotteslästerung als diese ausgesprochen werden? Man höre die Schmeicheleien, welche sich die Päpste von ihren Verehrern sagen ließen, ohne dieselben zurecht zu weisen. Ein venetianischer Prälat richtete, zur Zeit der vierten Sitzung im Lateran (päpstlichen Palast), folgende Worte an den Papst: „Du bist unser Hirte, unser Arzt, kurz, ein zweiter Gott auf Erden.“ Ein anderer Bischof nannte ihn „der Löwe des Stammes Juda, den verheißenen Erlöser.“ Lord Anthony Pucci sagte, in der fünften lateranischen Sitzung, zum Papste: „Der Anblick deiner göttlichen Majestät erschreckt mich nicht wenig; denn es ist mir nicht unbekannt, daß dir alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, daß das prophetische Wort in dir erfüllt wird: ‚Alle Könige auf Erden sollen ihn anbeten und die Völker sollen ihm dienen.‘“ (Siehe Oswalds Kingdom Which Shall Not Be Destroyed, pp. 97-99.) Dr. Clarke, in seinen Betrachtungen über Dan. 7,25, sagt: „Er wird sprechen, als ob er Gott wäre.“ So lehrt auch St. Jerome, wie angeführt von Symmachus. Auf niemand kann dieses mit solcher Berechtigung und so völlig als auf die römischen Päpste angewandt werden. Sie haben sich Unfehlbarkeit angemaßt, welche doch allein Gott zusteht. Dieselben beanspruchen Sünden vergeben zu können, welches doch nur allein Gott kann. Sie behaupten sogar den Himmel öffnen und schließen zu können, das doch nur allein Gott möglich ist. Dieselben beanspruchen höher zu stehen, als Könige auf Erden, welches doch nur allein Gott zukommt. Ja sie gehen noch weiter als Gott selbst, indem sie behaupten ein Recht zu haben ganze Völker von dem ihren Fürsten gegebenen Eid zu entbinden, wenn ihnen (den Päpsten) diese Fürsten nicht gefallen. Und dieselben handeln gegen Gott, indem sie Sünden erlassen. Dies ist die schlimmste Gotteslästerung. 2. „Und werden die Heiligen des Allerhöchsten verstören/vernichten.“ - Hat das Papsttum dieses getan? Jedermann, welcher die Kirchengeschichte genauer gelesen hat, kann eine Antwort hierauf geben. Jeder weiß, daß die päpstliche Kirche für lange Jahre unbarmherzige Verfolgungen gegen die wahren Anhänger Gottes betrieben hat. Wir könnten hier Kapitel über Kapitel anführen, wenn es Raum und Zeit gestatteten. Kriege, Kreuzzüge, Gemetzel, Inquisitionen und Verfolgungen jeder Art, waren die Waffen, derer man sich zur Vertilgung/Vernichtung bediente. In Scotts Kirchengeschichte heißt es: „Keine Berechnung ist im Stande die Zahl der, auf verschiedene Arten, wegen dem Festhalten am Evangelium und dem Widerstand gegen die verdorbene römische Kirche, Gemordeten genau anzugeben. Eine Million armer Waldenser wurde in Frankreich vernichtet. Nicht weniger als neun hundert tausend gläubiger Christen wurden in einem Zeitraum von dreißig Jahren abgeschlachtet, nachdem der Orden der Jesuiten entstanden war. Der Herzog von Alba prahlte damit, daß auf seinen Befehl in den Niederlanden nicht weniger als sechs und dreißig tausend Protestanten, in einem Zeitraum von wenigen Jahren, durch die Hand des Henkers gefallen seien. Die Inquisition brachte durch die scheußlichsten Folterungen, in dem Zeitraum von dreißig Jahren, ein hundert und fünfzig tausend Opfer um. Dieses sind einzelne Beispiele, und nur wenige von denen, welche die Geschichte verzeichnet hat. Indessen wird die genaue Anzahl der Opfer niemals bekannt werden, bis ‚daß das Land wird offenbaren ihr Blut, und nicht weiter verhehlen, die drinnen erwürget/ermordet sind‘“ Im Jahre 1208 verordnete der Papst Innozens III. einen Kreuzzug gegen die Waldenser und Albigenser, in welchem eine Million Menschen ihr Leben verloren. Seit der Gründung des Jesuitenordens, im Jahre 1540, bis zum Jahr 1580, wurden neun hundert tausend Menschen umgebracht. Durch die Inquisition wurden, in dreißig Jahren, hundert fünfzig tausend Menschen abgeschlachtet. In den Niederlanden wurden fünfzig tausend Personen wegen Ketzerei gehangen, enthauptet, verbrannt oder lebendig begraben, und zwar in einem Zeitraum von acht und dreißig Jahren, oder vom Erlasse des Ediktes von Karl V. gegen die Protestanten, bis zum Friedensbeschluß von Chateau- Cambresis im Jahre 1559.

Es werde Licht - Walter Veith

© DrMartinLuther.info by Johannes Biermanski, Germany 2018